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Am 25. Januar 2025 wäre Harry Kramer 100 Jahre alt geworden. Der documenta Teilnehmer und Kasseler Kunst­professor zählt zu den schil­lerndsten Künst­ler­figuren der Stadt. Der Jubilä­umsabend taucht ein in Kramers Werk und Biografie zwischen Film, Jazz, Tanz und kinetischer Plastik.

T e r m i n e &
V e r a n s t a
l t u n g e n

Sind wir wirklich nie modern gewesen? Bauhaus und documenta in Wahlverwandtschaft

14.–15.6.2019

Collage von TheGreenEyl unter Verwendung der Fotografien von:  
Wilhelm Wagenfeld, Bauhaus-Leuchte, Metallversion, Bauhaus Weimar, 1924, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019;  Haus-Rucker-Co, Oase Nr. 7, documenta 5, 1972. © Günther Zamp Kelp, Manfred Ortner, VG Bild-Kunst, Bonn 2019 (für Klaus Pinter); Foto: Carl Eberth © documenta archiv.

Das Symposium beschäftigt sich mit den impliziten Moder­ni­täts­nar­rativen des Bauhauses und der documenta Ausstellungen. Zunächst soll die Ursprungs­kon­stellation in Weimar und Kassel erfasst und dann die Metamorphosen im Durchgang durch Neu-​Delhi, St. Lucia, Lagos (alle documenta 11), Kabul (documenta 13) oder Athen (documenta 14) erkundet werden. Woher kommen die beiden miteinander verwobenen Narrative, welche Heimsu­chungen haben sie erlitten, mit welchen anderen haben sie sich verbunden und welche Fäden sind daraus entstanden?

Es geht also zuerst darum, zwei ästhetische Moder­ni­täts­entwürfe, zwischen denen die totalitäre Modernität des Natio­nal­so­zialismus steht, ins Verhältnis zu setzen. Das Bauhaus wird als das Projekt einer voraus­laufenden und die documenta als das Projekt einer nachholenden Moderne aufgefasst. Der Begriff der Moderne meint hier eine Weltver­bes­se­rungs­moderne, die immer schon auf ein geschichts­phi­lo­so­phisches Projekt bezogen ist. Beim Bauhaus die Schaffung einer egalitären und zugleich kollektiv verbindlichen Welt und bei den documenta Ausstellungen die Wieder­an­knüpfung an eine durch funktionale Diffe­ren­zierung und gleichzeitig durch Wertge­ne­ra­li­sierung gekenn­zeichnete moderne Gesell­schafts­auf­fassung.

 

Dann ist die Erweiterung der West-​Ost-Konstellation durch die Nord-​Süd-Konstellation zu begreifen. Welche Themen, welche Denkweisen, welche Akteur/innen haben sie erzwungen? Das Soziale ist durch das Spirituelle, das Ökonomische durch das Genea­logische, das Politische durch das Geologische und das Menschliche durch das Tierische, das Materielle durch das Pflanzliche und das Globale durch das Terres­trische in Frage gestellt worden.

 

Die erweiterte Konstellation stellt die Konstellation des Anfangs in eine neues und anderes Licht. Was war damals das Ungedachte, Unver­nommene, und Ungezeigte? Und die das ganze Symposion durch­ziehende Frage ist natürlich, ob der jetzt uns vor Augen tretende Vorgang als Verflüchtigung, Versetzung oder Vollendung des modernen Stils zu begreifen ist.

 

Die Referent/innen sind Beatrice von Bismarck, Alexander Garcia Düttmann, Thomas Flierl, Eckhart Gillen, Walter Grasskamp, Astrid Mania, Sophia Prinz, Cord Riechelmann, Winfried Speitkamp und Nina Tessa Zahner.

 

Ein ausführliches Infor­ma­ti­onsblatt samt Zeitplan für das Symposium kann hier herun­ter­geladen werden.


Veran­stal­tungsort: Kunst­hochschule Kassel

 

Konzeption: Heinz Bude, Professor für Makro­so­ziologie, Universität Kassel

 

Organisation: Michael Flörchinger

 

Das Symposium ist Teil des Projektes "bauhaus | documenta"